1. Spirituell wachsen. Da alles nur dann lebendig ist, wenn es auch wächst, müsste das doch auch für die Spiritualität gelten. Wie der Beziehung zu Gott eine verändernde Kraft zukommt, kann an einigen Beispielen veranschaulicht werden. Wir wünschen uns ...
... dass wir uns im Laufe des Lebens immer weniger fürchten.
... mehr Freiheit angesichts mancher Abhängigkeiten
... eine geringere Verweilzeit in der Trübsinnigkeit
... als ein Kind eines unermesslich reichen Gottes immer weniger unter Druck zu stehen, sich kraft eigener Anstrengungen absichern zu müssen.
2. Liebe spüren. Uns interessiert nichts mehr als gute Beziehungen. So ist auch eine Beziehung zu Gott nur so berührend und stärkend, wie sie ganz persönlich und von Liebe geprägt ist. Die möchte ich gerne spüren.
3. Liebesgewissheit. In einer Liebesbeziehung wünsche ich mir die Gewissheit, dass mein Gegenüber mich auch wirklich bedingungslos liebt.
Jesus sagt, dass sich Liebe nicht stärker zeigen kann, als sein Leben für die Geliebten hinzugeben. Dass Gott jeglichen Liebeserweis für mich erbringt, möchte ich nicht nur wissen, sondern auch von Herzen fühlen.
4. Achtsam im Alltag. Ich wünsche mir, dass die Wahrnehmung der Nähe Gottes meine Alltagserfahrungen durchtränkt. Das ist durch die Ablenkung der Nichtigkeiten erschwert. Deshalb hoffe ich auf die Möglichkeiten von Meditation, Kontemplation und die Tradition der Mystik, die in die Sprache unserer Zeit zu übersetzen sind.
5. Auf Liebe in jeder Beziehung hoffen. Ich wünsche mir, dass die Liebe nicht nur eine punktuelle, von günstigen Voraussetzungen abhängige Erfahrung ist, sondern eine Grundhaltung. Deshalb möchte ich in allen Begegnungen etwas Liebenswertes vermuten. So wünsche ich mir mehr Achtsamkeit, wo sich in der Beziehung zu Gott, den Nächsten, sich selbst sowie der Natur Missachtung eingeschlichen hat und deshalb meine Liebesfähigkeit in jeglicher Hinsicht eingeschränkt wird.
6. Verbundenheit als Grundgefühl. Ich verspüre in wichtigen Beziehungen immer wieder etwas Trennendes und wünsche mir ein Grundgefühl von Verbundenheit.
Dafür wäre die Überzeugung unterstützend, dass Gott mir in allem begegnen kann, was zu dieser Welt und meinem Leben gehört. Das schützt gegen Einsamkeitsgefühle.
7. Leistungsdruck ade. Mir macht meine Leistungsorientiertheit mit den inneren Antreibern zu schaffen. So wünsche ich mir in der Spiritualität einen Raum, der nicht von Normen bestimmt ist, die ich erbringen soll und an denen ich zu scheitern drohe.
8. Abstand von Bewertungen. Ständig bewerte ich und werde bewertet. Da das mühevoll und frustrierend ist, wünsche ich mir, eine Gewohnheit hinter mir zu lassen: alles in die Kategorien richtig und falsch sowie gut und böse zu bringen.
Natürlich verfügen wir nicht über die Erfüllung solcher Wünsche. Aber es macht einen Unterschied, etwas für bedeutungsvoll zu erachten und darauf zu hoffen.
Wir sollten daraus auf keinen Fall Ansprüche für Zusammenkünfte machen, die Schulen oder Trainingslagern ähneln. Für diese Ziele sinnvoller sind so etwas wie Spielwiesen, um sich für bereichernde spirituelle Erfahrungen zu disponieren. Dafür ist erst kreativ zu entdecken, welche Formen, Strukturen und Inhalte sich als fruchtbar erweisen.